Die 5 größten Denkfallen für persönliche Stärken

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Mann Denkfalle
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Wissen Sie wirklich, wie gut Sie sind?

Laut Sally Hogshead denken zwei Drittel von uns, dass sie unscheinbarer sind als der Durchschnitt. Das heißt, nur 39 % schätzt sich selbst als spezieller als der Durchschnitt ein.

93 % hingegen antworten auf die Frage, ob sie besser Auto fahren als der Durchschnitt, mit „Ja“. Das kann natürlich nicht sein, denn auf einer Gaußkurve liegen 50 % unter und 50 % über dem Durchschnitt.

93 % glauben, dass sie besser Auto fahren, aber nur 39 % halten sich für faszinierender als der Durchschnitt. Dabei hat jeder Vorzüge und Stärken, die ihn besonders und unverwechselbar machen. Aber wenn es um unsere persönlichen Stärken geht, tappen wir immer wieder in Denkfallen.

Denkfalle Nr. 1: Ich kenne meine Stärken

Zumindest eins steht schon mal fest: Wir kennen unsere Schwächen. Die meisten glauben, dass sie nichts Besonderes zu bieten haben.

Leider richtet sich die Aufmerksamkeit in unserer Kultur vor allem auf die Schwächen.

Das fängt im Schulalter an. Wir werden dazu gezwungen, uns auf das zu fokussieren, was wir NICHT gut können. Oft werden Stärken sogar als Schwächen getadelt, wird beispielsweise ein aufgewecktes Kind als frech bestraft und damit verunsichert. Und es ist gar nicht so einfach, sich von diesen alten Mustern zu lösen.

Entwickeln Sie ein Bewusstsein für Ihre ganz besonderen Vorzüge.

Eine gute Möglichkeit ist, sich Feedback von anderen einzuholen. Die Vorstellung mag zunächst unangenehm sein, aber seien Sie selbstbewusst. Sie werden schnell feststellen, dass andere Sie auch für Dinge schätzen, die Sie selbst nicht der Rede wert finden.

Denkfalle Nr. 2: Wettbewerb ist negativ

Kommt man in eine neue Umgebung, dann versucht man, herauszufinden, was die Kollegen, der Chef oder die Kunden wollen. Daran richtet man sich aus. V.a. Frauen neigen dazu, sich anzupassen. Sie fühlen sich in Wettbewerbssituationen unwohl, weil sie andere nicht angreifen wollen. Doch Stärken sind laut Willibald Ruch, Professor für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik, von Natur aus so angelegt, dass sie niemanden in den Schatten stellen, sondern andere faszinieren.

Deshalb spielen Sie Ihre Stärken aus.

Wenn Sie Ihre Stärken hingegen ignorieren, sabotieren Sie sich selbst, weil Sie keine optimalen Ergebnisse liefern. Wenn Sie z.B. ein analytisches Ass sind, den Überblick behalten oder Leute motivieren können, dann stechen Sie niemanden aus sondern helfen anderen. Und vermeiden Frustration bei sich selbst.

Denkfalle Nr. 3: Wer vorankommen will, muss hart sein

Und wer gehört werden will, muss sich lautstark zu Wort melden. Nein. Bleiben Sie sich selbst treu und verbiegen Sie sich nicht. Es gibt für jede Stärke Aufgaben und Umgebungen, wo Sie genau mit Ihren Vorzügen punkten können.

Gestalten Sie Ihren Job nach Möglichkeit so, dass er zu Ihnen passt.

Schwierig? Nicht unbedingt. Ziehen Sie die Dinge an sich, die Ihnen liegen. Wird beispielsweise jemand für ein Projekt gesucht, das etwas für Sie sein könnte, dann melden Sie sich! Wenn Sie dies immer wieder konsequent durchziehen, dann landen mehr derartige Aufgaben auf Ihrem Schreibtisch und der Anteil dessen, was Ihnen liegt wird größer. Vielleicht werden Sie sogar für eine neue Position „entdeckt“.

Wichtig ist, dass Sie anderen die Chance geben, zu erkennen, was Sie können und gerne machen.

Und das dürfen übrigens auch für Frauen so „unanständige“ Qualitäten wie Durchsetzungsfähigkeit oder für Männer so „weibliche“ wie Einfühlungsvermögen sein.

Denkfalle Nr. 4: Was einem leichtfällt, kann keine besondere Stärke sein

Im Gegenteil: Wenn uns etwas leicht fällt, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir hier über eine besondere Stärke verfügen. Das bemerken wir nicht, weil es für uns das Selbstverständlichste der Welt ist. Wir glauben, dass das jeder kann, weil es in unseren Augen total einfach ist. Hier haben wir einen blinden Fleck und deshalb ist es wichtig, dass uns jemand den unverschleierten Spiegel vorhält.

Die Basis für Erfolg ist schon da.

Wie großartig ist es, wenn wir herausfinden, dass genau das Einfache das Besondere ist. Wenn wir diesen Vorzug, diese Fähigkeit nutzen, kommen wir nämlich in den sog. „Flow“. Dann sind wir in unserem Element und können authentisch und selbstbewusst sein.

Denkfalle Nr. 5: Schwächen muss man ausbügeln

Auch das kennen wir von Kindesbeinen an. Wir vergeuden viel Zeit und Energie, zu verbessern, was wir nicht gut können. Weil wir glauben, wir müssten alles können und mindestens genauso gut sein wie andere. Das ist Zeitverschwendung.

Verbessern Sie Ihre Stärken.

Das ist viel sinnvoller. Dazu müssen Sie nämlich nicht anders werden, sondern nur mehr von dem, was Sie bereits sind.

Persönliche Stärken kann man wie Muskeln trainieren und aufbauen.

Das ist auch nicht immer leicht und erfordert Disziplin und Leidenschaft. Aber es macht Spaß, seine Talente zu entwickeln und in dem was man kann, noch besser zu werden. Wenn sie privat der Power-Typ sind, der bei der Organisation von Events immer vorne dran ist, Sie aber der Mut verlässt, wenn Sie vor einer Gruppe sprechen sollen, dann nutzen Sie solche Situationen bewusst als Training.

Zusammengefasst bedeutet das:

  • Finden Sie heraus, was Sie ausmacht und wie die Welt Sie sieht.
  • Konzentrieren Sie sich auf die Stärken, trainieren und verstärken Sie diese.
  • Kommunizieren Sie Ihre persönlichen Vorzüge und bringen Sie sie selbstbewusst zum Einsatz.

 

Dieser Blogpost ist angelehnt an den Artikel „Stark. Stärker. Ich!“ aus der MYSELF Ausgabe März 2016.