Marketing können wir schon. Warum auch Branding unbedingt auf die Agenda muss.

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Personal Branding
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Dass Marketing oder Werbung Sinn macht, ist den meisten Unternehmen und Experten klar. Dass sie aber auch eine Marke bzw. ein Branding brauchen, dessen sind sich viele nicht bewusst.

Marke ist Marketing?

Marke und Marketing wird gerne mal in einen Topf geworfen, in kleinen und auch größeren Unternehmen. Beides ist wichtig, aber nicht dasselbe.

Kleiner Ausflug in die Theorie

Marketing beschreibt die Prozesse zur Identifizierung und Befriedigung von Kundenbedürfnissen. Im Klartext: Alle Maßnahmen, um eine Botschaft zu den Kunden zu bringen und sie letztendlich zum Kauf zu bewegen.

Eine Marke hingegen sagt nicht: „Kauf mich“, eine Marke sagt: „So bin ich und deshalb existiere ich und wenn du das gut findest, kannst du mich kaufen oder weiter empfehlen“.

Eine Marke baut Vertrauen und Loyalität auf, Marketing hingegen verkauft.

Eine Marke ist viel größer als einzelne Marketingmaßnahmen und sie ist das, was langfristig bleibt. Marketing ist ein Instrument der Marke und kann dabei unterstützen, das Markenversprechen zu kommunizieren.

Aus der Praxis

Vorige Woche habe ich eine Unternehmerin kennen gelernt, die sich eben erst selbständig gemacht hatte. Mit einem ganz spannenden Thema, wie ich finde. In ihrem Fachgebiet konnte sie im Laufe ihrer Karriere viel Know-how aufbauen und hat nun heraus gefunden, dass sie mit ihrem Wissen einen Bedarf bei kleinen Unternehmen decken kann.

Angebot klar umrissen, Zielgruppe definiert – perfekt!

Und dann hat sie losgelegt, mit Marketing. Denn, das scheint jedem klar: Wenn ich keine Werbung mache, dann kann mich keiner kennen.

Sie ist ganz klassisch ran gegangen, hat eine Website gebaut, eine Pressemitteilung verschickt und einen Flyer gedruckt. Weil man das eben so macht.

Dabei hat sie jedoch etwas ganz Entscheidendes vergessen: Sie hat nicht definiert, wofür sie stehen und welchen Eindruck sie hinterlassen möchte. Sie weiß zwar, WER ihre Zielgruppe ist, aber sie hat sich nicht überlegt, WIE sie mit dem was sie ausmacht, am besten bei ihrer Zielgruppe landen kann.

Kraut und Rüben

Was ist raus gekommen? Ich sage dazu gerne „Kraut und Rüben“. Wie genau es aussieht sei mal dahin gestellt, aber auf jeden Fall: alles unterschiedlich. Und das alles macht keinen guten Eindruck. Egal, wie man „gut“ definiert – nicht professionell, nicht übersichtlich, nicht einheitlich, nicht vertrauenerweckend, nicht modern,… Sie hat kein klares Bild und damit kein Versprechen abgegeben und sie zieht somit keine Interessenten an.

Schein und Sein

Natürlich hätte sie einen professionellen Grafiker oder gar eine Agentur einschalten können und hoffentlich wären dann ihre Werbemittel alle aus einem Guss. ABER: Wenn sie vorher nicht festlegt, WIE der Eindruck sein soll, dann passiert es sehr schnell, dass Maßnahmen gestaltet werden, die in sich gut und schlüssig abgestimmt sind, aber dennoch nicht das wiederspiegeln, was das Unternehmen ausmacht.

Das führt zu falschen Erwartungen beim Kunden. Es herrscht keine Übereinstimmung zwischen Wahrnehmung der „Marke“ und dem, was ein Kunde dann tatsächlich erfährt. Das zieht letztendlich die falschen Kunden an und kostet so beide Seiten Zeit und Energie.

Nicht den 2. Schritt vor dem ersten machen

Nehmen Sie sich bitte die Zeit und machen Sie sich Gedanken über das, was Sie ausmacht. Gleichen Sie dies ab mit den Anforderungen Ihrer Zielgruppe und gehen Sie erst danach in die Umsetzung, d.h. ins Marketing.

Welche Brand wollen Sie aufbauen?

Überlegen Sie sehr genau, wofür Sie sich eine Marke aufbauen und welche Maßnahmen Sie einsetzen wollen. Laut oder leise. Offensiv oder subtil. Sachlich oder emotional. Stellen Sie aber auch sicher, dass Sie nicht nur Ihre Kommunikation, z.B. Ihre Website und Ihre Flyer, darauf abstimmen.

Kundenkontaktpunkte

Überdenken Sie alle Gelegenheiten Ihres Geschäfts, bei denen Ihre Zielgruppe direkt oder indirekt mit Ihnen in Berührung kommt. Sie alle tragen dazu bei, wie andere über Sie denken und all diese Aspekte müssen zur Marke passen. Es geht im Prinzip darum, Ihre Werte und Grundsätze auf alles anzuwenden was Sie tun. Und das kostet größtenteils nicht mal Geld.

Sie sind eine Marke – ob Sie wollen oder nicht.

Ihr Firmenname, Ihre Werbematerialien, wie Sie sich am Telefon melden, wie Sie sich kleiden, wie Sie sprechen, wie Ihre E-Mails formuliert sind, wie Sie mit Reklamationen umgehen, usw. usw. Alles trägt zum Eindruck und damit zu Ihrer Marke und der Marke Ihrer Firma bei und zeigt nach außen, wie es ist, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

Sie können das entweder dem Zufall überlassen oder die Kontrolle übernehmen und zu Ihrem Vorteil nutzen. Und: Die Marke beeinflusst nicht nur Ihre Kunden, sondern auch Ihre Beziehung zu Partnern, Lieferanten und wichtigen Meinungsbildnern und Multiplikatoren.

Marke ist die Basis für Ihren Erfolg.

Der Dreh- und Angelpunkt ist Ihre Marke. Können Sie das erkennen?

An erster Stelle muss man sich klar werden, wofür man stehen will und darüber hinaus auch kann, damit Sie das Bild auch tatsächlich mit dem, was Sie tun, untermauern können.

Also: Wenn Sie Unternehmer, Experte oder Führungskraft sind, dann haben Sie automatisch auch eine Marke. Was Sie damit machen, bleibt Ihnen überlassen. 😉

4 Take-aways

  1. Marke kommt VOR Marketing
  2. Keine Kraut und Rüben
  3. Markenversprechen einlösen
  4. Marke an allen Kundenkontaktpunkten leben

 

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