Sie müssen wirklich nicht in allem gut sein!

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Jetzt gibt es wieder überall an den Schulen Zeugnisse. Erinnern Sie sich an diesen Moment in Ihrer Jugend? Wie war das, als Sie Ihren Eltern das Resultat des letzten Schuljahres präsentierten? Worauf hat Ihre Familie zuerst gesehen: die guten Noten, die schlechten Noten – oder den Durchschnitt? Und welche Konsequenzen hatte das dann für Ihre Ferien? Vielleicht beeinflusst Sie das ja sogar noch heute.

Zeugnis-Reaktionen

Stellen Sie sich so ein Zeugnis vor: Da gibt es in den Pflichtfächern zwei Einser, einen Dreier, und zwei Vierer.
Was werden Ihrer Erfahrung nach die Eltern zu diesem Kind sagen? Welche dieser 3 Möglichkeiten halten Sie für die wahrscheinlichste?

  • „Super, mach weiter so!“
  • „Du musst unbedingt an diesen Vierern arbeiten! Da musst Du in den Ferien lernen! Und zwar jeden Tag mindestens eine halbe Stunde.“
  • „Toll, Du hast ja zwei Einser! Da hast Du wohl ein besonderes Talent! Da müssen wir uns unbedingt darum kümmern, dass Du mehr Zeit für diese Themen findest. Vielleicht finden wir gleich in den Ferien was Spannendes dafür.“

 

Der Glaube an den Durchschnitt

Die meisten von uns haben es wohl so erlebt, dass man darauf gedrängt wurde, die schlechten Noten zu verbessern. Schließlich geht es darum, den Durchschnitt zu heben. Darum, insgesamt besser dazustehen. Auch wenn einem Französisch oder Physik nicht liegen: Man sollte sich da doch durchbeißen und besser werden. Selbst wenn es eine Qual ist – so hat man mit einem höheren Notendurchschnitt doch erfreulichere Lebensaussichten. Und so haben viele von uns dann eben mehr Zeit mit dem verbracht, was einem nicht so leicht fiel – und dafür weniger Zeit für das zur Verfügung gehabt, in dem man richtig gut war. Oft leben wir dieses Credo auch noch als Erwachsene.

Das Verkümmern der Stärken

Und was ist dann passiert mit den Talenten und Interessen, die man von sich aus ganz natürlich mitbrachte? Oft gingen diese Begabungen im Alltag unter, blieben nicht im Fokus, bekamen nicht mehr genügend Energie ab. Oder sie liefen nebenbei mit. Aber man entwickelte nicht die Höchstleistungen, zu denen man es durchaus hätte bringen können, wenn man sich mehr darum gekümmert hätte.

Natürliche Talente fördern

Sie ahnen es: Wir propagieren natürlich den Fokus auf die Stärken. Schauen Sie auf das, was Sie gut können, entwickeln Sie das weiter, und werden Sie dadurch besonders! Es gibt so viele Allerweltstypen. Doch es fehlen die Könner, die für ihr Thema brennen. Die sich mit Leichtigkeit und Schwung in einen Bereich vertiefen und dort neue Höhen entdecken können. Und so sich selbst und ihr Umfeld weiterbringen.

Achtsamkeit für die eigenen Vorzüge

Darum schauen Sie genau hin: Was zeichnet Sie aus? Was fällt Ihnen leicht? Worin sind Sie wirklich gut? Und dann fokussieren Sie sich genau auf das. Lassen Sie sich nicht irritieren von der Tendenz in unserer Kultur, sich immer auf die eigenen Schwächen zu konzentrieren. Bauen Sie stattdessen Ihre Vorzüge aus und strahlen Sie so aus Ihrer Mitte heraus! Nutzen Sie einfach Ihre Potenziale.

Ja, aber was ist mit den Vierern?!

Vierer sind im deutschen Notensystem unkritisch. Erst wenn man abrutscht und zwei Fünfer hat oder einen Sechser, fällt man durch. Checken Sie also ab und zu auch mal Ihre Schwächen: Gibt es da etwas, was „ungenügend“ ist und Sie behindern könnte? Was zur Gefahr für Ihren Erfolg werden könnte? Was Ihnen Ihr Umfeld nicht verzeihen wird? Dann müssen Sie natürlich ein bisschen daran arbeiten und zumindest ein „ausreichend“ erzielen. Aber mehr muss nicht sein.

Die Konsequenz für Ihre Ferien

Also, wenn Sie in den nächsten Wochen etwas Zeit für sich haben: Kümmern Sie sich um Ihre Stärken und Vorzüge! Welchen Talenten und Interessen wollten Sie schon lange mal wieder mehr Aufmerksamkeit schenken? Wie können Sie dabei Ihre Batterien aufladen? Wie bringen Sie damit Ihrem Umfeld Schwung? Buchen Sie einen Ferienkurs in Ihren Einser-Fächern! Leben Sie das aus, was Sie besonders macht – und vergessen Sie einfach den Glauben an den Durchschnitt und den lähmenden Blick auf Ihre weniger starken Seiten!

Und nach den Ferien?

Nutzen Sie den Schwung, um nach der Rückkehr auch in Ihrem Alltag die Schwerpunkte auf Ihre Stärken zu setzen. Freuen Sie sich auf den positiven Eindruck, den Sie bei anderen machen werden! Und Ihnen gehen die Aufgaben, in denen Sie richtig stark sind, ganz leicht von der Hand.

Sie müssen und können nicht in Allem gut sein. Überlegen Sie, ob Sie manche Aufgaben anders und mit weniger Aufwand erledigen können – und so mehr Zeit für Ihre Stärken bekommen.

Wenn Sie mehr zu Ihren Stärken wissen wollen:
Einen klaren Blick auf Ihre Vorzüge vermittelt Ihnen unser Archetypen-Assessment.