Wie man ein Ass überzeugt

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Archetypen-Matrix

Als meine Partnerin Alexandra mich vor ein paar Monaten ansprach, ob ich Interesse daran hätte, gemeinsam mit ihr das „Faszinationssystem“ von Sally Hogshead nach Deutschland zu holen, war ich zunächst skeptisch. Sehr skeptisch sogar.

Das ist nicht weiter ungewöhnlich. Ich prüfe und vergleiche genau, bevor ich mich zu irgendetwas entscheide. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt meinen Archetypen schon gekannt, dann hätte mich das noch weniger gewundert…

Ich kenne DISG und MBTI und weiß, dass es noch viele andere gibt. Braucht die Welt noch einen Persönlichkeitstest?

Eigentlich nein. Aber dieser ist anders! Wie anders?

Jetzt mach’ doch einfach mal das Archetypen-Assessment

Gesagt, getan. Tests habe ich schon immer gerne ausgefüllt. Damit kann mich auch jede Frauenzeitschrift fangen. 😉

Ich weiß noch genau wie es war, meinen Archetypen-Report zu lesen. Als erstes hat mich das Video „angesprungen“. Das fand ich sehr cool! So viel Lob. Das hört man ja sonst nie! Und tatsächlich, ich habe mich wirklich wieder erkannt!

Aber was, ICH nicht zuverlässig? Das kann nicht sein!

Natürlich hat mir die Analyse-Seite im Report besonders gut gefallen. Ich vergleiche gerne, Sie erinnern sich…

Mein Archetyp ist das Ass: Primärer Vorzug Wachsamkeit, sekundärer Vorzug Power. In meiner Analyse der mit Abstand geringste Wert: Stabilität, die sog. Sprache der Zuverlässigkeit. Das fand ich nun nicht so toll. Ich bin die Zuverlässigkeit in Person! Was ich zusage, halte ich IMMER ein, sogar wenn ich selbst dabei auf der Strecke bleibe.

Und so wenig Innovation? Ich bin doch kreativ!

Da kann etwas nicht stimmen!

Raten Sie mal, was ein Ass jetzt macht? (Es ist wirklich absolut typisch!)

Ich habe sämtliche Archetypen und ihre Adjektive in der Matrix durchgesehen, in der Annahme, dass ich einen passenderen Typen finden und damit den Test Lügen strafen würde. Aufgrund dieser einfachen Übung hat sich die Auswahl der in Frage kommenden Alternativen schon stark verringert. Dann habe ich mir die Beschreibungen der übrig gebliebenen Archetypen im Buch durchgelesen.

Und – bin letztendlich beim Ass gelandet! Auch wenn ich lieber weniger wachsam und mehr innovativ gewesen wäre. Am besten passt tatsächlich das Ass. So sieht mich die Welt. Leider…

Leider? Na ja, zu diesem Zeitpunkt hatte ich das System noch nicht verstanden…

Was bringt mir eine Stärken-Liste?

Jetzt hatte ich also noch ein paar Stärken kennen gelernt. Oder besser: Bestätigt bekommen. Noch ein paar weitere Adjektive, um die ich meine Aufzählung ergänzen kann. Im Laufe meines Lebens habe ich mir nicht nur einmal überlegt, was meine Stärken sind. Ich kann sie mittlerweile im Schlaf.

Was ich viel wichtiger finde: Was mache ich nun damit?

Ich messe gern. Ich mag Zahlen und ich bin fasziniert von Algorithmen. Ich denke stark in Chancen und Risiken, in Zielen und Nutzen. Was bringt es am Ende? Als Marketer aus dem E-Commerce ist mir das in Fleisch und Blut übergegangen. Keine Strategie ohne operative Umsetzung. Keine Maßnahme ohne messbaren Erfolg.

Und da kam der nächste Aha-Effekt:

Hier war die Rede von Umsetzung. Hier wurde gesprochen von einem „persönlichen Claim“. Und nicht nur das. Es gab pragmatische Anleitungen, wie man diesen erstellen und einsetzen kann.

Diesen Claim, den hat Sally Hogshead dem Branding von Marken abgeschaut, so wie ihr ganzes System auf ihrer Erfahrung aus dem Marketing basiert.

Spätestens jetzt hatte ich „meinen“ Zugang gefunden. Ich als Marketer. Und die Gedanken fingen an zu fließen, es sprudelte nur so an Ideen – auch wenn Innovation nicht mein markantester Vorzug ist. 🙂 Damit war die Sache klar und ich im Boot!

So viele, viele Einsatzbereiche

So viele Möglichkeiten. Im persönlichen Bereich und im Firmen-Umfeld. 

Und eine gigantische Vision tat sich auf:

  • Was wäre, wenn jeder wüsste, womit er „glänzen“ kann und sich abhebt?
  • Was wäre, wenn jeder das tun könnte, womit er am erfolgreichsten sein kann?
  • Was, wenn er authentisch und mit viel Energie mühelos einzigartige Ergebnisse „abliefern“ könnte?
  • Was wäre, wenn man das bereits bei der Berufswahl berücksichtigen könnte?
  • Was wäre, wenn schon Schulkinder lernen würden, worin sie besonders und deshalb besonders gut sind?
  • Was, wenn sie sich auf ihre Stärken konzentrieren dürften?
  • Was, wenn jeder am richtigen Platz und deshalb unverzichtbar wäre und genau dafür wertgeschätzt würde?
  • Dann hätten wir selbstbewusste und motivierte Menschen anstelle von ausgebrannten.
  • Dann gäbe es keinen Generationenkonflikt.
  • Dann würden Teams und Führungskräfte harmonisch zusammen arbeiten.
  • Ganze Unternehmen wären effektiver und könnten größere Erfolge erzielen.
  • Und, zu Ende gedacht, würde die Welt insgesamt ein Stück menschlicher werden.

Davon bin ich überzeugt! Und deshalb liebe ich, was ich jetzt tue und freue mich, wenn wir vielen Menschen helfen können, müheloser noch wirksamer zu werden!