Wie Sie mit ärgerlichen Kollegen umgehen

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Ärgerliche_Kollegen
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Jeder von uns ist ihnen schon begegnet: Den lieben Teamkollegen oder Geschäftspartnern, die uns manchmal so richtig aufregen. Über die wir uns immer wieder ärgern, weil sie so anders an Dinge in der Teamarbeit herangehen als wir selbst. Blender, Dominante, Unzuverlässige, Bremser, Rampensäue, Überflieger – es gibt viele Varianten von unangenehmen Mitspielern im Team. Wie können Sie am besten damit umgehen? Und wieso ist das ein Thema für uns und das Faszinationssystem? 

Der Wunsch nach Harmonie im Team

Das Ziel der Menschen im Team ist oft Harmonie. Zusammenarbeiten mit Gleichgesinnten – das ist für viele das Ideal.
Man fühlt sich am wohlsten mit Leuten, die so ähnlich ticken wie man selbst. Die den gleichen Kommunikationsstil haben, dieselbe Art von Vorzügen und Vorgehensweisen. Wenn meine Stärke die Innovation ist, dann arbeite ich am liebsten mit Leuten, die auch Freude an Kreativität und dem Ausprobieren von neuen Ideen haben. Wenn meine Stärke der Tiefgang ist, dann suche ich andere, mit denen ich eine Sache genau von allen Seiten durchleuchten und diskutieren kann, bevor wir vorschnell in die falsche Richtung laufen.
Dieser Wunsch nach Harmonie ist allerdings eher schlecht für die Performance des Teams insgesamt. Zu viel Gleichartigkeit lähmt.

Vielfalt tut Teams gut

Richtig gute Teams bestehen aus vielen unterschiedlichen Charakteren und Vorzügen. Da gibt es die Innovativen, die gerne mit neuen Ideen experimentieren. Die Wachsamen, die sich um die Details kümmern. Die Emotionalen, die viel Wert auf die Beziehungsebene legen. Die Ehrgeizigen, die auf Qualität und hohe Standards achten. Die Analytiker, die den Dingen auf den Grund gehen. Die Beständigen, die auf Kontinuität achten. Und die Anführer, die die Anstrengungen der anderen koordinieren.

Werden diese Charaktere immer harmonisch zusammenarbeiten? Wohl eher nicht. Da wird es Spannungen geben zwischen den Erneuerern und den Bewahrern, den Flexiblen und den Stabilen, den Gefühlvollen und den Rationalen. Die Kunst ist, diese Spannungen in die richtigen Bahnen zu lenken und mit den Stärken der Einzelnen positive Ergebnisse für alle zu schaffen. Und nicht in negativen Gefühlen über den jeweils anderen zu verharren. Doch das ist leichter gesagt als getan!

Warum wir uns über andere ärgern

Jeder von uns hat ja so seine speziellen Typen, die ihn richtig nerven. Für meinen Mann zum Beispiel sind die Unzuverlässigen ein rotes Tuch – die, mit denen er etwas verabredet hat und die das dann unabgestimmt nicht einhalten oder den Kurs wechseln. Er ist der Archetyp „Der Authentische“, hat also die Vorzüge STABILITÄT und EMOTION. Loyalität und Vertrauen sind ihm wichtiger als alles andere. Wenn ein Geschäftspartner dieses Vertrauen verletzt, weil er sich öfters nicht an gemeinsame Abmachungen hält, dann will mein Mann nichts mehr mit dem zu tun haben.

Ich finde die Unzuverlässigen auch nicht gut, aber sie bringen mich nicht auf die Palme. Das schaffen bei mir eher die Bremser. Die Typen, die auf neue Ideen und Projekte erst mal mit Bedenken reagieren und alle möglichen Probleme dabei sehen. Die erst mal alles von allen Seiten abtesten wollen, bevor sie loslegen können. Und eigentlich sowieso nicht gerne was Neues angehen. Die ärgern mich, weil mein Persönlichkeits-Archetyp sich dadurch auszeichnet, selbstbewusst und erfolgsgewiss große Vorhaben anzupacken und flexibel auf neue Anforderungen von außen zu reagieren. Da nehme ich es manchmal persönlich, wenn mir jemand nicht einfach vertraut und gleich mitmacht.

Gleichzeitig ist mir klar, dass ich natürlich auch nerven kann mit meiner selbstbewussten Art. Als Führungskraft habe ich schon öfter das Feedback gehört, zu dominant zu wirken und damit manche Leute im Team nicht zu begeistern. Denn die wünschen sich mehr Emotion, mehr Aufmerksamkeit auf ihre persönlichen Befindlichkeiten, weniger Kommandos.

Ganz typische Konflikte

Sie merken: Jede Stärke kann von den andern auch als etwas Negatives wahrgenommen werden, wenn sie deren eigenen Stärken entgegensteht. Und je wichtiger einem selbst etwas ist, desto mehr regt man sich auf, wenn der andere das nicht macht oder schätzt.

Überlegen Sie doch mal für sich selbst: Über wen ärgern Sie sich? Vielleicht handelt es sich dabei ja um einen typischen Konflikt zwischen Ihren unterschiedlichen Vorzügen.

Überwinden Sie Ihren Ärger

Wie geht man am besten mit all diesen negativen Gefühlen um? Die Lösung ist sicherlich nicht, darauf zu hoffen, dass die anderen sich in ihrer Art ändern werden. Im Gegenteil, die bringen ja Stärken ein, die unsere ergänzen. Die das Team insgesamt erfolgreicher machen, weil nur ein toller Mix an Vorzügen all die vielen Herausforderungen im Alltag bewältigt.

Die Lösung liegt in einem Perspektiven-Wechsel: Fokussieren Sie sich auf die Stärken der anderen und den Mehrwert, den sie dadurch dem Team bringen. Sehen Sie die Andersartigkeit Ihrer Kollegen oder Partner nicht als Angriff auf Sie, sondern als Bereicherung für das große Ganze. Der Bremser kritisiert nicht Sie, sondern sorgt mit seinen Überlegungen für mehr Qualität. Der Unzuverlässige will Sie nicht hängen lassen, sondern einfach flexibel auf Änderungen reagieren. Die Dominante wird nicht getrieben von Rechthaberei, sondern will nur das Beste für das übergeordnete Projektziel erreichen.

Schauen Sie auf die Stärken der anderen

Unserer Erfahrung nach profitieren Teams oder Partnerschaften enorm davon, die Stärken der Beteiligten genauer in den Blick zu nehmen, z.B. mit dem Archetypen-Assessment und in einem Team-Panorama sichtbar zu machen. Wir sehen oft, dass sich Konflikte schnell entschärfen lassen, wenn man den Blick auf den Mehrwert der anderen fokussiert statt auf deren vermeintliche Schwächen. Und man selbst einfach das Beste von dem einbringt, was man zu bieten hat – ohne zu erwarten, dass die anderen genau das Gleiche bieten. Versuchen Sie es einfach mal!

Wenn Sie mehr dazu erfahren wollen, wie Sie die Stärken Ihres Teams stärken können, dann sind Sie herzlich willkommen in unserem kostenlosen Webinar „Der authentische Weg zum Erfolgsteam: Team-Performance steigern mit dem Faszinationssystem“.