Wie Sie mit Ihren persönlichen Stärken punkten

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Pyramide_wertvollstes_IchQuiz-Frage: Was ist die Gemeinsamkeit von Lionel Messi und einem Entenküken?

Kürzlich habe ich auf einer Konferenz einen großartigen Vortrag von einem fantastischen Redner gehört: Prof. Dr. Hengstschläger, Humangenetiker aus Wien.

„Die Zukunft war noch nie so unvorhersehbar wie heute.“

Mit diesen Worten begann Prof. Hengstschläger. Alles ist im stetigen und vor allem immer rascheren Wandel begriffen und wir wissen nicht, vor welcher Herausforderung wir morgen stehen. Klar ist: Nichts ist sicher. Und darauf müssen wir uns einstellen. Indem wir flexibel und anpassbar sein müssen. Und wir müssen für alles eine Idee haben.

Agilität und Innovationsfähigkeit ist das Gebot der Stunde.

Ich finde, das klingt wahnsinnig anspruchsvoll, so, als müssten wir alles können. Aber das ist ja nichts Neues. Vor allem Frauen haben bekanntermaßen den Hang zur Perfektion. Und zwar auf jedem Gebiet.

Wie schaffen wir es also, in allem super zu werden?

Jetzt „leihe“ ich mir noch 2 Beispiele von Herrn Hengstschläger…

Beispiel 1: Lionel Messi

Er ist der beste Fußballspieler der Welt. Was macht der, dass er so gut Fußball spielt? Wie macht er das?

Trainieren, klar! Also, wenn man genauso gut Fußball spielen wollte, dann könnte man das trainieren!? Ich glaube nicht, dass sich jemand anmaßt, dies zu behaupten. Messi spielt schon seit seinem 14. Lebensjahr für den FC Barcelona. Das heißt, er war damals schon ein Fußball-Genie. Nun, der „macht“ nicht etwas, der „hat“ einfach etwas, nämlich Talent. Und natürlich trainiert er, um sein Talent auszubauen.

Beispiel 2: Konrad Lorenz

Er wurde bekannt als „Gänsevater“ und entdeckte u.a. den Mechanismus der Prägung. Er legte ein Entenei in ein Hühnernest und als die Küken geschlüpft waren, waren sowohl Henne als auch Entenküken davon überzeugt, dass es ein Hühnerkind sei. Der Instinkt des Kükens war jedoch so stark, dass nichts es daran hindern konnte, nach dem Schlüpfen schnurstracks in den nächsten Teich zu watscheln. Und siehe da: Es konnte schwimmen.

Niemals wären die Hühner-Geschwister auf die Idee gekommen, dem Entenküken nachzueifern und das Schwimmen zu trainieren. Das ist ihr Instinkt.

 

Man hat’s oder man hat’s nicht – Talent

So wie Messi das Fußballspielen in die Wiege gelegt wurde, so wurde dem Entenküken die Fähigkeit zu schwimmen ins Nest gelegt.

Vergleichen wir mal…

Wenn vielleicht auch nicht auf Messi, so schielen wir doch immer wieder auf andere. Der Tag läuft eigentlich gut bis zu dem Zeitpunkt, wenn der Kollege im Meeting wieder die komplette Aufmerksamkeit auf sich und sein Projekt zieht.

Wie macht der das bloß? Und warum kann ich nicht auch so sein? Das muss ich beim nächsten Mal unbedingt besser machen! Da muss ich mich einfach noch besser vorbereiten.

Wir wollen besser sein

Und so strampeln wir uns immer wieder ab, um so zu werden wie andere oder vielmehr: noch besser als andere. Gute Noten in der Schule, super Abschlüsse, viele Überstunden, niemals Nein sagen, alles können, … manchmal bis zur Erschöpfung.

Und wir verbrauchen eine Menge Zeit und Energie, um besser zu werden in Dingen, die einfach nicht unser Ding sind. Dass Messi halt einfach unerreichbar gut Fußball spielt, erkennen wir an und wir verstehen, dass wir dieses Niveau auch mit Training nicht erreichen können. Und Hühner-Küken wollen nicht schwimmen lernen und Enten-Küken lassen sich nicht vom Schwimmen abhalten. Das regelt die Natur von alleine.

Wir üben, was wir NICHT gut können.

Menschenkinder hingegen werden in unserem Schulsystem darauf getrimmt, vor allem das zu üben, was sie NICHT gut können. Wenn ich eine schlechte Note nach Hause brachte, hieß es: „Das muss aber besser werden.“ Und was ich gut konnte, brauchte ich ja nicht mehr zu üben. Meinen beiden Patenkindern geht es heute noch genauso. Das Schulsystem zieht einen mittelmäßigen Durchschnitt heran. Anstatt Talente zu fördern. „Anders“ ist nicht erwünscht, „alle gleich“ ist das Ziel.

Wir versuchen, Schwächen auszumerzen.

Deshalb schlägt man sich z.B. 90 % seiner Ausbildungszeit mit Dingen herum, auf die man keine Lust hat und die einem einfach nicht liegen. Was für eine Zeitverschwendung!

Dabei wäre diese Zeit doch viel besser genutzt, wenn man sich in seinen Talenten üben würde. Diese verbessern und so seine eigene Geschichte drum herum aufbauen und schließlich der Welt seinen ganz eigenen Mehrwert beisteuern zu können.

 

Gerade die individuellen Stärken werden immer wichtiger.

Weil wir Leute brauchen, mit einzigartigen Talenten, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Jeder trägt so auf seine Weise dazu bei. Wenn wir hingegen lauter Durchschnittstypen haben, hilft das nicht.

Leider ist es gar nicht so einfach, im Erwachsenenalter aus diesem Muster auszubrechen: Immer alles können, nie „Nein“ sagen. Denn dafür wurden wir unser Leben lang belohnt.

Fachliches Know-how reicht nicht

Was aber, wenn das plötzlich nicht mehr funktioniert? Wenn wir auf einer Hierarchiestufe oder in einem Alter angekommen sind, wo bloßes fachliches Können und Fleiß nicht mehr ausreichen? Weil das einfach vorausgesetzt wird.

Frauen machen häufig die besseren Abschlüsse, aber man sieht sie selten an der Spitze von Unternehmen. Das hat natürlich mehrere Gründe. Einer davon ist, dass sie nicht zeigen und kommunizieren, was sie können. Lieber sind sie fleißig, das hat ja immer funktioniert, und sie glauben, dass irgendwann einer merken muss, was sie leisten. So läuft das aber nicht.

Frauen müssen selbst dafür sorgen, dass sie sichtbar und gehört werden.

Also, es hilft nichts: Raus aus der Komfortzone. Zeigen wir uns. Ja, ich weiß schon, dass sich bei diesem Gedanken einigen der Magen zusammen krampft. In Deckung zu bleiben, ist manchmal einfacher.

Die gute Botschaft:

Sie müssen eben nicht alles können. Und so wie Messi Fußball spielen und das Entlein schwimmen kann – irgendein Talent hat jeder.

Herausforderungen annehmen

Wir sollten uns also endlich vom Perfektionswahn verabschieden und so souverän sein, dass wir auch mal was weglassen können. Und dann aber bei der passenden Aufgabe im richtigen Moment laut „Ja!“ schreien! Und in Führung gehen. Weil wir es können, weil wir nämlich etwas ganz Bestimmtes ganz hervorragend können!

Es ist mir ein Anliegen, dass jede und jeder versteht, dass auch er ein besonderes Talent hat. Vielleicht taugt es nicht dazu, als Fußballstar berühmt zu werden. Aber davon brauchen wir ja auch nicht so viele. Vielmehr braucht es ganz ganz viele unterschiedliche Fähigkeiten, aber nicht alle in einer Person vereint.

Messi kann auch nicht alles. Und denken Sie, er hätte mit 14 Jahren geglaubt, dass das, was er in seiner Freizeit am liebsten macht, genau wie Millionen anderer Jungs, etwas Besonderes ist?

 

3 Erkenntnisse zum Mitnehmen

  1. Man muss seine ganz besonders einzigartige Besonderheit herausfinden, so wie man von anderen gesehen wird – und man selbst es vielleicht gar nicht wahrnimmt. Man sollte nicht das Gleiche wie alle anderen machen, sondern Mut zum Anderssein haben.
     
  2. Wenn man das hat, dann sollte man raus kommen aus seinem Versteck. Und das kommunizieren, was sein persönlicher Bereich der Genialität ist. Wenn man weiß, worin man außergewöhnlich gut ist, dann ist das auch gar nicht mehr so schwierig. Weil einem genau das auf ganz natürliche Weise total leicht fällt. Und es macht obendrein Spaß. Man ist einfach in seinem Element!
     
  3. Man muss überhaupt nicht in allem gut sein! Die erfolgreichsten Menschen fokussieren sich auf Ihre Stärken. Und sie üben sich in ihren Talenten und nicht in ihren Schwächen. Denn darin wird man auch mit viel Anstrengung nie so gut werden, dass man damit wirklich punkten kann. 
     
     

Wie umsetzen?

Sehen Sie hier, wie Sie Ihre Besonderheiten auf den Punkt bringen und Ihr ganzes Leben darum herum aufbauen.

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