Wollen Sie wirklich anders sein als die anderen im Team?

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Die meisten von uns arbeiten im Team mit anderen Menschen und wissen, wie wichtig das gute Zusammenspiel zwischen den Beteiligten ist.
Egal ob in der Abteilung, im Projekt, im Sport oder im Elternbeirat: Es ist entscheidend, dass man mit den anderen gut zurechtkommt und gemeinsame Ziele erreicht.
Wie weit sollten Sie dabei Ihren persönlichen Stil an die anderen anpassen?

Kürzlich haben wir die Fachabteilung eines globalen Konzerns beraten.  Das Team arbeitete schon seit mehreren Jahren ausgeglichen und erfolgreich zusammen – und nun stieß eine neue Person dazu, deren Stärkenprofil ganz andere Vorzüge aufwies als das der anderen.
Wie geht man am besten mit diesen Unterschieden um?

Gleich und gleich gesellt sich gern  

In der Praxis beobachten wir oft, dass sich in den Teams gleichgesinnte Charaktere zusammenfinden. Die Zusammenarbeit macht Spaß, wenn man einen ähnlichen Stil hat. Wer anders agiert, fühlt sich dort oft seltsam oder ausgeschlossen. 
Aber gleichzeitig ist klar und schon lange in unzähligen Studien bewiesen: Die Teamergebnisse werden besser, wenn die Leute im Team unterschiedlicher und diverser denken und handeln.

Dieses unangenehme Gefühl

Was also tun, wenn Sie anders sind als die anderen im Team und sich das komisch anfühlt? Viele versuchen dann, sich anzupassen und sich entgegen der eigenen natürlichen Art so zu verhalten wie die Menschen um einen herum.
Doch Achtung: Damit schafft man ein Risiko für das Team! Denn zu viel Einförmigkeit verengt das Blickfeld und vernachlässigt Chancen.

Überdosis im Team vermeiden

Bei der Fachabteilung des Konzerns, von der wir oben erzählt haben, waren im Team-Panorama die Vorzüge INNOVATION und PRESTIGE am stärksten ausgeprägt. Das Team war also besonders gut darin, kreative neue Ideen und Lösungen zu entwickeln und hohe Standards zu erreichen.
Eine zu hohe Konzentration eines Vorzugs kann allerdings gefährlich werden. Teams mit einer Überdosis INNOVATION laufen Gefahr, sich zu schnell von Neuem ablenken zu lassen und deshalb Projekte nicht fertigzustellen. Teams mit einer Überdosis PRESTIGE agieren oft zu konkurrenzbetont.

Balance finden

Glücklicherweise hatte die Abteilung im Beispiel oben eine relative breite Verteilung von Stärken und hielt sie gut in der Balance. Nur die WACHSAMKEIT fehlte bisher.
Und das war nun der primäre Vorzug der neuen Person! WACHSAMKEIT bedeutet Fokus auf die Details und sorgfältiges Vorgehen mit Präzision.
Aber genau diese Umsichtigkeit und das vorausschauende Vermeiden von Fehlern kann von innovativen, wettbewerbsorientierten Teams schnell als bremsend und unproduktiv empfunden werden. 
Was sollte die neue Person also tun?

Mit der Andersartigkeit umgehen

Auf jeden Fall sollte das neue Teammitglied seinen Vorzug der WACHSAMKEIT nutzen und diesen wichtigen Aspekt der Detailorientierung als Bereicherung in das Team einbringen! Ein Team mit zu wenig WACHSAMKEIT läuft ja Gefahr, im kreativen Überschwang wichtige Aspekte zu übersehen und damit das Gesamtergebnis zu gefährden.

Am besten integrieren Sie sich also in ein Team, indem Sie Ihre spezifischen Stärken herausstellen und nutzen, gerade wenn diese anders sind als die der anderen. Denn genau damit bringen Sie das gesamte Team voran.
Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Es funktioniert nur, wenn alle mitmachen.
Was sollten also die anderen im Team tun?

Was das Team tun kann

  • Entscheidend ist, dass jeder im Team das Prinzip versteht, dass gerade die Unterschiedlichkeit der Charaktere und Kompetenzen ein entscheidender Erfolgsfaktor für ein Team ist.
  • Das beginnt bei der Führungskraft. Die muss einen klaren Blick auf den Mix der Vorzüge im Team haben und den gezielt ergänzen, wenn er nicht in Balance ist.
  • Und dann muss die Führungskraft alle immer wieder dazu ermutigen, ihre individuell verschiedenen Sichtweisen einzubringen, und Raum für die Vorschläge aus den diversen Perspektiven schaffen.

 

So entwickeln alle im Team ein Bewusstsein dafür, dass grade aus dem Spannungsfeld der Unterschiedlichkeiten die tollen Ergebnisse entstehen.  
In der Abteilung aus unserem Beispiel war das bereits gelebte Realität. Die neue Person wurde freudig begrüßt – genau deshalb, weil sie andere, neue Stärken mitbrachte. Es ist ein Vergnügen, mit solchen Teams zu arbeiten!

Und Sie?

Wie ist das bei Ihnen? Was bringen Sie, was die anderen nicht haben?
Unser Tipp: Seien Sie stolz auf den Unterschied und bringen Sie Ihre Besonderheiten mit Blick auf das Ganze ein! Ja, Sie sollten anders sein als die anderen: Anders ist besser als besser!

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